Headshaking
Ursachen
Tierärzte beschrieben Headshaking schon 1809, dennoch sind die Ursachen bis heute noch nicht endgültig geklärt. Die möglichen auslösenden Faktoren sind so vielfältig wie die Erscheinungsformen des Leidens, und jede der Ursachen erfordert ein anderes Behandlungskonzept.
Im Vordergrund steht meist ein entzündliches Geschehen. Als Auslöser kommen infrage: vereiterte Nebenhöhlen; Kiefer-, Zahn- Mundproblem wie entzündete Zahnwurzeln; Entzündung im Kiefergelenk; Infraorbitale Neuritis am Austritt des Nervus Iinfraorbitalis oder Entzündung der Begleitvene, Entzündung der Halswirbel, Allergien der Nasenschleimhaut, Pilzbefall der Luftsäcke, Ohrmilben – und Lichtempfindlichkeit. Seltener ist Headshaking ein reines Verhaltensproblem. Betroffene Pferde sind in der Regel nicht widersetzlich, sondern extrem gestresst.

Symptome
Headshaking, ein Begriff aus dem englischen und wörtlich mit "Kopfschütteln" zu übersetzen, beschreibt eine Überreaktion oder gravierende Verhaltensstörung des Pferdes, die sich in heftigem, offensichtlich unwillkürlichem und sich ständig wiederholendem Kopfschlagen äußert. In schlimmen Fällen kann das Tier die Balance verlieren und stürzen.
Auswirkungen
Insgesamt bedeutet das Headshaken eine große Beeinträchtigung für Pferd und Reiter. Für das Pferd eine echte körperliche Qual, denn bei vielen Tieren verschlimmern sich die Krankheitserscheinungen stetig. Teilweise so sehr, dass sie nicht mehr geritten werden können.
Therapie
Zunächst einmal sind leicht abzustellende Faktoren wie unpassende Gebisse und Sättel sowie Trainingsstress als Ursachen auszuschließen; Augen, Ohren und Zähne zu kontrollieren. Eine tiefergehende Ursachenforschung würde etwa die Endoskopie von Luftsack, Nebenhöhlen und Nasengängen sowie Szintigraphien umfassen. Vermutet ein Tierarzt Lichtempfindlichkeit, betäubt er den Trigeminus-Nerv, dessen Äste vom Stammhirn zu beiden Gesichtshälften bis in die Nüstern ziehen. Hört das Kopfschlagen danach auf, ist die Diagnose sicher. Lichtempfindliche Headshaker müssen vor grellem Licht geschützt werden, auch eine an sonstigen Stressfaktoren arme Haltung ist zu empfehlen.
Quelle/ Redaktionelle Information: Dr. Martin Steingassner, Fachtierarzt für Akupunktur, Neuraltherapie, Homöopathie und TCM, Fachbücherautor

