Weidezeit - Hufrehezeit
11.06.2010
Der sonst wonnige Mai hat uns dieses Jahr mit Regen und Kälte enttäuscht. Nun aber kann man der Vegetation beim Wachsen direkt zuschauen. Aber Vorsicht! Im wunderschönen saftigen Grün der Koppeln lauert für vor allem robuste und leichtfuttrige Pferderassen die alljährliche Hufrehegefahr.
Hufrehe wird – so der derzeitige Kenntnisstand – durch ein Überangebot an rasch fermentierbaren Energielieferanten wie Fruktanen oder Stärke u.a. ausgelöst. Dabei kommt es zu einer zu starken Vermehrung milchsäureproduzierender Mikrorganismen wie Streptokokken und Lactobazillen im Dickdarm. Das Verhältnis der flüchtigen Fettsäuren im Darm verändert sich und der pH-Wert sinkt. Das führt zu einer Übersäuerung des Dickdarms.
Die Schleimhaut im Dickdarm kann flüchtige Fettsäuren von Natur aus nur bis zu einem bestimmten Grad aufnehmen. Es beginnt eine Art Teufelskreis. Fettsäuren, die nicht aufgenommen werden können, tragen weiterhin zu einer Verschiebung des pH-Wertes ins saure Milieu bei, was zu einer Schädigung der Darmschleimhaut führt und damit wieder zu einer zu verringerten Aufnahme an flüchtigen Fettsäuren.
Der Abfall des pH-Wertes führt zu einem Massensterben der Cellulose-spaltenden Bakterien. Dabei werden Gifte freigesetzt, die durch die vorgeschädigte Darmschleimhaut rasch in den Blutkreislauf resorbiert werden. Einige dieser Gifte wirken offensichtlich gefässverengend und können die Hufrehe auslösen.
Bei Hufrehe-Gefahr gilt es, Überfütterungen oder Fütterungsentgleisungen zu verhindern und die Nahrungsmenge dem Energiebedarf anzupassen. Um eine Übersäuerung des Dickdarms zu vermeiden ist eine rohfaserreiche Futterration mit Heu- und Strohanteilen anzustreben. Besteht ein hoher Kraftfutterbedarf, sollte ein Teil der Getreideration durch den Einsatz von Ölen und Faserstoffen wie Kleien oder Rübenschnitzel von Stärke entlastet und auf mehrere Mahlzeiten verteilt werden.
Ein wichtiger Faktor ist die Anregung der Verdauung und die Vitalisierung und Stabilisierung der Darmflora. Eine gesunde Darmflora kann pH-Schwankungen besser verkraften als eine instabile.
GladiatorPLUS fördert die Verdauung und verbessert die Futterverwertung. Die hochwertigen Inhaltstoffe wirken basenbildend und tragen so zu einer stabilen Darmflora bei.

